Die Geschichte der Sedlmayr Grund und Immobilien KGaA

Die Sedlmayr Grund und Immobilien Kommanditgesellschaft auf Aktien (nachstehend Sedlmayr Grund oder Sedlmayr KGaA genannt) firmierte früher als Gabriel Sedlmayr Spaten-Franziskaner- Bräu KGaA mit den Geschäftsbereichen Brauerei und Immobilien. Mit der Ausgliederung des Getränkebereichs auf die neu gegründete Spaten-Franziskaner-Bräu GmbH im Jahre 2004 und der anschließenden Einbringung dieser Tochtergesellschaft und der weiteren Tochtergesellschaft Löwenbräu AG, die seit 1997 zum Spaten-Konzern gehörte, in die Interbrew Deutschland Holding GmbH (jetzt InBev Germany Holding GmbH) endete zum 30.9.2004 die operative Verantwortung der Spaten-Franziskaner-Bräu KGaA für die Brauereien. Mit dem Übergang der Markenrechte an Spaten auf den InBev-Konzern musste nach einer Übergangszeit auch der Name der Kommanditgesellschaft auf Aktien geändert werden. Die nunmehrige stärkere Betonung des Namens Sedlmayr ist dabei nur konsequent, steht dieser Name doch für eine fast 200-jährige Brautradition und damit einhergehend einer starken Verankerung in München über einen kontinuierlich gewachsenen Immobilienbesitz.

 
Das Markenzeichen
der Sedlmayr Grund und Immobilien
 
Die Grundlagen für den Immobilienbesitz wurden im 19. Jahrhundert gelegt und stehen in direktem Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Entwicklung der Spatenbrauerei. 1807 erwarb der kgl. Hofbräumeister Gabriel Sedlmayr d.Ä. die seit 1397 in der Neuhausergasse 4 bestehende Brauerei und führte sie in nur wenigen Jahren vom letzten Platz der Münchner Brauerei-Rangliste in die Spitze. Sein Sohn Gabriel baute das Unternehmen weiter aus und verlegte 1851 die Brauerei aus der beengten Innenstadt an die Marsstraße vor die Tore der Stadt, wo noch heute gebraut wird. Am Ende des 19. Jhdts. gehörte Spaten zu den größten Brauereien Deutschlands. Der Erwerb des Kellers des Unterkandlerbräus oder Silberbauer-Keller an der Marsstraße im Jahre 1851 durch Gabriel Sedlmayr d.J. zum Bau einer neuen, modernen und erweiterungsfähigen Brauerei stellt ein zentrales Ereignis in der Geschichte der Gesellschaft dar.  
   
 

Damit war es für die Spatenbrauerei erst möglich, sich zu einem Industrieunternehmen zu entwickeln. Dazu gehörte auch der gezielte Zukauf von Grundstücken an der Marsstraße.

Der erste Wohnhausbau der Spatenbrauerei zum Zwecke der Vermietung erfolgte im Jahre 1861, als die Rückgebäude der alten Spatenbrauerei in der Neuhausergasse und am Altheimer-Eck abgerissen wurden und durch ein Mietshaus ersetzt worden sind.

Bild links: Stammhaus der Brauerei

     
     
In der Entwicklung des Immobilienbesitzes lassen sich zwei Phasen feststellen. Die erste Phase umfasst die Zeit von 1807 bis Mitte der 1870er Jahre und ist als produktionsorientiert zu umschreiben. Die Brauerei erwirbt oder pachtet nur solche Immobilien, die zur Erweiterung der Brauereigrundstücke und der Produktion oder zur Lagerung des Bieres benötigt werden. Als absatzorientiert kann die zweite Phase gelten, bei der solche Immobilien in den Besitz der Brauerei kamen, die eine Wirtschaft beherbergten. Dies geschah durch gezielten Kauf oder durch Gebote bei Zwangsversteigerungen.

Bild rechts: Ansicht der Brauerei von 1911
 
     
 

Das erste auf einer Zwangsversteigerung erworbene Anwesen war das Wohnhaus mit Gaststätte »Elysium« am Karlsplatz 28 (spätere Sophienstr.1) im Jahre 1877. In den Jahren 1875 bis 1900 hatte die Spatenbrauerei insgesamt 52 Wirtschaftsanwesen erworben, darunter so bedeutende Anwesen wie das Hoftheater-Restaurant in der Residenzstr. 12 in München, das heutige Spatenhaus, das Spatenbier-Restaurant am Piccadilly-Circus in London und den Spatenbräu-Ausschank in Berlin in der Friedrichstraße.

Die Bombenangriffe auf München in den Jahren 1943 bis 1945 rissen große Lücken in den Immobilienbesitz. Über 50% der Gebäude wurden dabei total zerstört, viele andere stark beschädigt. Ebenso hatte es die Brauerei selbst schwer getroffen.

Bild links: Gaststätte »Elysium , um 1890 (Foto: Stadtarchiv München)

     

In den Nachkriegsjahren wurden die Anwesen mit großen Anstrengungen wiederaufgebaut, nicht zuletzt um den Bierabsatz in den Gaststätten wieder voranzubringen. Seit Anfang der 1980er Jahre ging man dann zu einer professionellen Immobilienverwaltung als eigenem Geschäftsbereich über.

Bild rechts: »Spatenhaus« Residenzstraße 12

 
     
Nymphenburger Straße 5

 

 

 

Seit Ende der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde mit gezielten Zukäufen der Immobilienbestand erheblich vergrößert. Beispielhaft seien hier genannt Marsstraße 38-42, Nymphenburger Straße 5-7, Prinzregentenstraße 64-68 sowie ein Paket von 30 Objekten in guten Innenstadtlagen, das von der Monachia AG 2002 erworben wurde. Unter Einschluss der von den Brauereien genutzten Betriebsgelände, die bei der Ausgliederung des Brauereibereiches im Eigentum der Sedlmayr Grund verblieben, beträgt die vermietbare Nutzfläche des Konzerns annähernd 500.000 m². Hierbei sind auch die Flächen der Immobiliengesellschaft Dinkelacker AG und ihrer Tochtergesellschaften mit über 80.000 m² in Stuttgart und Umgebung berücksichtigt, an der die Sedlmayr Grund eine Mehrheitsbeteiligung hält.